Erdrauch

Erdrauch

Gewöhnlicher Erdrauch (Fumaria officinalis)

Der Erdrauch gehört zur Familie der Mohngewächse (Papaveraceae). Früher wurde Fumaria zur Familie der Erdrauchgewächse (Fumariaceae) gezählt. Die gibt es nicht mehr als Rangstufe einer Familie sondern als Unterfamilie Fumarioideae.

Wofür wird Erdrauchkraut angewendet?

Erdrauchkraut-Zubereitungen nach HMPC werden verwendet, um den Gallefluss anzuregen zur Symptomlinderung bei Verdauungsstörungen wie Völlegefühl, Flatulenz (Darmwind), langsame Verdauung.

Hinweis: Die Informationen auf dieser Seite ersetzen nicht eine medizinische oder pharmazeutische Beratung. Sie dienen nicht der Selbstmedikation. Anwendungsgebiete, Wirkungen, Nebenwirkungen und Gegenanzeigen sind hier nicht vollständig beschrieben. Für die geeignete Anwendung fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Bei pflanzlichen Arzneimitteln lesen Sie die Packungsbeilage.

Wie wird Erdrauchkraut-Tee zubereitet?

  • 1 Teelöffel Erdrauchkraut (ca. 1,6 g)
  • mit ca. 150 ml kochendem Wasser übergießen,
  • nach ca. 10 bis 15 Minuten abgießen.
  • Diesen Tee 3 bis 4 mal täglich vor den Mahlzeiten trinken.

Erdrauchkraut im Arzneibuch

Erdrauchkraut (Fumariae herba) nach dem Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur. 10) sind die oberirdischen Teile von Fumaria officinalis*, zur Zeit der vollen Blüte geerntet, getrocknet, ganz oder zerkleinert, mit einem bestimmten Mindestgehalt an Gesamtalkaloiden, berechnet als Protopin.

Erdrauchkraut (Fumariae herba) mit der Einstufung „Traditional use“ (traditionelles pflanzliches Arzneimittel) nach HMPC ist

  • das Kraut von Fumaria officinalis*,
  • zerkleinert oder pulverisiert
  • oder als bestimmte Extrakte (Trockenextrakt, Flüssigextrakt, Tinktur)
  • oder als Presssaft aus der frischen Pflanze,
  • zum Einnehmen als Tee oder zum Einnehmen in fester Form (z.B. als Tabletten) oder flüssiger Form (z.B. als Lösung).

Historische Bilder von Erdrauch

Gewöhnlicher Erdrauch, historisches Bild

Gewöhnlicher Erdrauch, historisches Bild

Quellen

  1. Brands, S.J. (ed.), 2019. Family Fumariaceae Marquis (1820). In Systema Naturae 2000. The Taxonomicon, 20 Dec 2019. Universal Taxonomic Services, Zwaag, The Netherlands. Abgerufen 09 2020 von http://taxonomicon.taxonomy.nl/TaxonList.aspx?subject=Family&by=ScientificName&search=Fumariaceae*
  2. Braun, R., & Zapf, T. (2019). Standardzulassungen und Standardregistrierungen für Fertigarzneimittel – Text und Kommentar (Gesamtwerk mit 19. Aktualisierungslieferung, 2019). Stuttgart: Deutscher Apotheker Verlag.
  3. Europäisches Arzneibuch (Ph.Eur.) 10. Ausgabe (Grundwerk 2020), Amtliche deutsche Ausgabe. Deutscher Apotheker Verlag.
  4. European Medicines Agency (EMA), Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC) (13.09.2011): EMA/HMPC/574766/2010. Community herbal monograph on Fumaria officinalis L., herba. Abgerufen 11/2019 von https://www.ema.europa.eu/en/medicines/herbal/fumariae-herba.
  5. Hiller, K., & Melzig, M. F. (2010). Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen. Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag.
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