Synonyme/einheimische Namen: Mariendistel, Echte Mariendistel, Gewöhnliche Mariendistel, Frauendistel
Mariendistel gehört zur Familie der Korbblütengewächse (Korbblütler, Asteraceae).
Anwendungsgebiete von Mariendistelfrüchten als nach HMPC sind die Symptomlinderung bei Verdauungsstörungen und Völlegefühl, sowie die Unterstützung der Leberfunktion. Vor dieser Anwendung sollte ärztlich ausgeschlossen sein, dass eine ernste Krankheit die Beschwerden verursacht.
Dafür werden Mariendistelfrüchte entweder zerkleinert als Tee getrunken. Oder pulverisierte Früchte werden als Kapseln oder Tabletten eingenommen. Oder bestimmte Extrakte (Trockenextrakte, Dickextrakt) werden in fester Form (z.B. als Tabletten) oder in flüssiger Form (z.B. als Lösung) eingenommen.
3 bis 5 g zerkleinerte Mariendistelfrüchte mit 100 ml kochendem Wasser übergießen, nach 5 bis 15 Minuten abgießen. Diesen Tee 1 bis 3 mal täglich vor den Mahlzeiten trinken.
Mariendistelfrüchte (Silybi mariani fructus) nach dem Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur. 11.3) sind die reifen Früchte von Silybum marianum* (Synonym: Carduus marianus*), ohne Pappus, mit einem Gehalt von mindestens 1,5 % Silymarin, berechnet als Silibinin.
Geruch: Mariendistelfrüchte riechen nicht ranzig.
Eingestellter, gereinigter Mariendistelfrüchtetrockenextrakt (Silybi mariani extractum siccum raffinatum et normatum) nach dem Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.) enthält nominal zwischen 30 und 65 % Silymarin. Von dem auf der Beschriftung angegebenen nominalen Silymarin-Gehalt müssen 90 bis 110 % vorliegen. Das Silymarin muss sich zusammensetzen aus 20 bis 45 % Silicristin & Silidianin, 40 bis 65 % Silibinin A & B sowie 10 bis 20 % Isosilibinin A & B. Aussehen: Eingestellter, gereinigter Mariendistelfrüchtetrockenextrakt ist ein amorphes (= nicht kristallines) Pulver mit gelblich brauner Farbe.
Mariendistelkraut (Cardui mariae herba) nach dem Deutschen Arzneimittel Codex (DAC) sind die oberirdischen Teile von Silybum marianum*, während der Blütezeit geerntet, getrocknet, ganz oder geschnitten.
* botanische Schreibweise: Silybum marianum (L.) Gaertn.
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